PRESSEMITTEILUNG des Verein Stopp-Cindy-S e. V. anlässlich der 283. FLK Sitzung vom 18.02.2026

ERSCHEINUNGSDATUM: Erzhausen, 02.03.2026

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Am Mittwoch, den 18.02.2026, fand in Raunheim die 283. Sitzung der Fluglärmkommission (FLK) statt. Im Mittelpunkt standen unter anderem erste Monitoring-Ergebnisse zur Abflugroute CINDY/SULUS S/F sowie die Beschlussfassung zur Fortführung des Regionallastenausgleichsgesetzes. Der Verein Stopp-Cindy-S e.V. sieht sich zu mehreren Punkten veranlasst, kritisch Stellung zu beziehen.

Kritikpunkt 1: Fehlende valide Datengrundlage der FLK-Empfehlungen

Der Verein Stopp-Cindy-S e.V. bewertet die Aussagen zu den Empfehlungen als unzutreffend. Vorab wurden keine validen Fluglärmmessungen in den entlasteten Gebieten sowie in vielen neubelasteten Gebieten zur Vorbereitung des angekündigten engmaschigen Monitorings realisiert. Dadurch wird eine wissenschaftliche Grundlage, der im Vorfeld veranlassten und bisher intransparenten Berechnungen zum tatsächlichen Entlastungseffekt nicht validiert.

Zudem ist das betrachtete Geographiefeld zu klein gewählt, wodurch neubelastete Kommunen nicht einbezogen werden.

Kritikpunkt 2: Fragwürdige Monitoring-Ergebnisse und angebliche Entlastung der Gesamtregion

Der Verein Stopp-Cindy-S e.V. hält die Aussagen zu angeblich bestätigten Entlastungen in der Gesamtregion für nicht nachvollziehbar. Konkrete Aussagen zur Flughöhe unterscheiden sich. Die in der Präsentation genannte größere Flughöhe ist sehr gering (zwischen 20 und 100 m von Tor 2 bis Tor 6) und führt nicht zu einer spürbaren Entlastung am Boden. Windströmungen, unterschiedliche Flugzeugtypen sowie die jeweilige Tageszeit variieren und wurden nicht berücksichtigt. Dies wird jedoch durch die Aussage zu einer gestiegenen Gesamthöhe suggeriert und wird deshalb als kritisch bewertet.

Problematische Spurtreue: Der Korridor gemäß Anleitung zur Berechnung von Lärmschutzbereichen (AzB) weitet sich mit zunehmender Entfernung vom Flughafen auf, einschl. einer direkten Annäherung an Siedlungen z.B. auf der Höhe von Groß-Zimmern. Der Verein Stopp-Cindy-S e.V. fordert, dass dies in Bezug auf eine wie in diesem Fall ca. 15.000 Einwohner zählende Gemeinde in die Neubelastung der Region mit einbezogen werden muss. Gleiches gilt auch für andere Kommunen.

Direktfreigaben: Der neu verursachte Fluglärm in Kommunen wie z.B. Groß-Zimmern entstammt nicht primär Direktfreigaben, sondern Kurvenflügen (Wegpunkt DF 174) und der danach anders geflogenen Route. Grundsätzlich ist das hier angewendete Berechnungsverfahren entlang der neuen Route für Kurvenflüge ungeeignet. Geeignete Verfahren, wie z.B. FLULA2/sonAIR aus der Schweiz werden nicht angewendet.

Fluglärmmessung: Die Berechnungen als Grundlage der geänderten Streckenführung z.B. für die Entlastung von Weiterstadt/Gräfenhausen stützen sich laut Präsentation in der letzten FLK auf äquivalente Dauerschallpegel. In der Präsentation wird jedoch ein Abfallen des mittleren Maximalpegels suggeriert. Dieser Vergleich beruht lediglich auf zwei Monaten (Juni und September 2025) und kann damit die tatsächliche Belastung nicht repräsentativ widerspiegeln. So war der Anteil der Tage mit Flügen über bestimmte Routen in Juni 2025 (69,5 %) gegenüber September 2025 (59,4 %) unterschiedlich stark.

Gesamtbewertung des Verein Stopp-Cindy-S e.V.

Der Verein Stopp-Cindy-S e.V. kommt zu dem Schluss, dass keine der vorgelegten Daten eine Entlastung der Gesamtregion belegt. Es fehlt nahezu flächendeckend an validen Messdaten. Statt transparenter, belastbarer Informationen werden lediglich Flugspuren und eine intransparente Berechnungsgrundlage zur Fluglärmbelastung präsentiert. Die Einführung eines neuen Lärmparameters (mittlerer Maximalpegel) basierend auf zwei nicht vergleichbaren Monaten erscheint wissenschaftlich fragwürdig.

Unter Einbeziehung der Daten des Deutschen Fluglärmdienstes (DFLD) ist die aktuelle Belastung eine ganz andere als von Forum Flughafen & Region (FFR) und Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) präsentiert. Mehr als 100.000 (Langen wurde hierbei mit 20% zugrunde gelegt) Einwohner sind potenziell neu belastet. Demgegenüber stehen ca. 30.000 Einwohner in Darmstadt-Arheilgen und Darmstadt-Kranichstein, die gemäß Angaben der FLK entlastet werden. Dies wird auch durch die erhebliche Zunahme der Beschwerden um 44 % bei Fraport im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr bestätigt.

Der sogenannte "Probebetrieb" setzt die Neubetroffenen ungeschützt dem Lärm aus. Es ist aus unserer Sicht eine unverzügliche Wiederherstellung des Ursprungszustandes – also die Rücknahme der Flugroute Cindy-S – erforderlich.

Fazit des Verein Stopp-Cindy-S e.V.: Die Aussage, die Flugroutenänderung führe zu einer intendierten Entlastung der Gesamtregion, ist nicht haltbar. Vielmehr spricht vieles dafür, dass die Belastung in der Region zugenommen hat. Der Verein Stopp-Cindy-S e.V. fordert Transparenz, nachvollziehbare Messdaten und eine wissenschaftliche Bewertung, die sämtliche betroffenen Kommunen in der Region umfassend berücksichtigt.

Der Verein Stopp-Cindy-S e.V. bleibt bei seinem Fokus auf verlässliche Monitoring-Daten - vor allem Lärm und nicht nur Flugspuren - sowie eine faire, repräsentative Abwägung der Belastungen für die Bevölkerung.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Stopp Cindy-S e.V.
Bayerseich 1
64390 Erzhausen
Eingetragen am Amtsgericht Darmstadt im Registerblatt VR 85080

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Web: https://stopp-cindy-s.de