Pressemitteilung 2026-011 12.08.2026

Stopp Cindy-S e.V.
Erzhausen | Messel | Egelsbach und umliegende Gemeinden

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Stopp Cindy-S e.V. startet offiziellen Fluglärmmelder – Bürgerinnen und Bürger können Belastung jetzt mit einem Klick dokumentieren

Zwei Neuigkeiten auf einmal: Stopp Cindy-S e.V. startet nicht nur ein neues Werkzeug für Betroffene – sondern nutzt den Anlass auch, um auf handfeste Lücken in der bisherigen Datenbasis von FLK, UNH und FFR hinzuweisen. Beides hängt enger zusammen, als es zunächst scheint.

(Erzhausen, 12. August 2026) Stopp Cindy-S e.V., der eingetragene Verein der von der Flugroute CINDY-S betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner, gibt die offizielle Unterstützung für den neu entwickelten Fluglärmmelder bekannt. Die browserbasierte Anwendung ermöglicht es Betroffenen, störenden Fluglärm ab sofort mit nur einem Klick zu dokumentieren – ganz ohne Installation, direkt über den Browser auf dem mobilen Gerät.

Die Website ist erreichbar unter flm.stopp-cindy-s.de sowie unter fluglaermmelder.de.

 Wie es funktioniert

Der Fluglärmmelder erkennt per GPS-Standort automatisch, welches Flugzeug gerade über die meldende Person hinwegfliegt und ordnet die Meldung diesem Flug zu. Nutzerinnen und Nutzer können zusätzlich angeben, ob ein Überflug als extrem laut, extrem tief, über bebautem Gebiet oder im auffällig kurzen Takt (ca. alle zwei Minuten) wahrgenommen wurde – genau jenes Muster, das viele Anwohner entlang der CINDY-S-Route seit Monaten beschreiben.

Bereits in der mehrwöchigen Testphase wurden über 3.200 Meldungen von rund 45 registrierten Melderinnen und Meldern erfasst. Das automatisierte Generieren und Absenden von Beschwerde-Mails an die zuständigen Stellen befindet sich aktuell in der finalen Testphase mit Echtdaten und soll in Kürze regulär anlaufen.

 Community-Projekt mit Rückhalt des Vorstands

Entwickelt wurde der Fluglärmmelder vom Erzhäuser Vereinsmitglied Thorsten Heller mit Unterstützung weiterer Mitstreiter aus der Vereins-Community. Das Projekt ist als privates, nicht-kommerzielles Angebot konzipiert und wird vom Vorstand des Vereins ausdrücklich unterstützt und ab sofort als offizieller Fluglärmmelder des Vereins geführt.

„Ich habe diese App entwickelt, weil ich selbst jeden Tag höre, was CINDY-S für unsere Region bedeutet. Eine E-Mail-Beschwerde erfolgt mit Sicherheit nur von Einzelnen, da der Aufwand der Ermittlung notwendiger Daten zu groß ist. Daher kam dann die Idee, ein niederschwelliges Angebot auf App-Basis zu schaffen", sagt Thorsten Heller.

„Mit einem Klick können jetzt alle Betroffenen mitmachen und echte, nachvollziehbare Daten liefern – genau das, was wir in dieser Debatte so dringend brauchen."

„Diese App sammelt neue Daten auf Basis der gelebten Erfahrung tausender Betroffener in zehn Kommunen, die unter CINDY-S leiden – und ergänzt damit die unabhängigen Daten der ehrenamtlichen Expertinnen und Experten beim DFLD (dfld.de), die schon jetzt eindrucksvoll zeigen, wie lückenhaft die offiziellen Daten sind, mit denen CINDY-S gerechtfertigt wird", sagt Jürgen Hadasik, stellvertretender Vorsitzender von Stopp Cindy-S e.V. „Je mehr Menschen mitmachen, desto stärker wird unsere Stimme gegenüber der Fluglärmkommission und den politisch Verantwortlichen."

Liebe Medien: Zeit, die Lärmzahlen von FLK, UNH und FFR genauer unter die Lupe zu nehmen

Stopp Cindy-S e.V. nutzt diese Gelegenheit für einen kurzen Hinweis an die Redaktionen: Die bisherige Datenbasis, auf der FLK, UNH und FFR ihre Bewertung von CINDY-S stützen, weist aus Sicht des Vereins erhebliche Lücken auf:

  • Es fehlen vollständige Vorher-Nachher-Messungen – eine flächendeckende Baseline-Erhebung vor Einführung von CINDY-S wurde nie durchgeführt.

  • Die von der UNH vorgelegten Nachher-Messungen stammen teils aus kurzen oder durch Sondereffekte verzerrten Zeiträumen, etwa während des Nahost-Konflikts, der Lufthansa-Streiks oder einer ungewöhnlichen Ostwetterlage.

  • Communities wie Messel und Groß-Zimmern zeigen, wie groß die Lücke zwischen Modell und Realität ist: Für Messel wurde eine Zunahme der Direktfreigaben um 346% dokumentiert; Groß-Zimmern liegt nicht einmal auf der genehmigten Flugroute, verzeichnete aber eine nahezu verdoppelte Zahl täglicher Überflüge – eine offizielle UNH-Messstation ging dort erst am 25. Juni 2026 in Betrieb, lange nachdem die Belastung längst spürbar war.

Zahlen von FLK, UNH und FFR wurden im vergangenen Jahr von vielen Medien unkritisch übernommen. Stopp Cindy-S e.V. bittet Redaktionen, bei FLK, UNH und FFR künftig gezielt nachzufragen – unter anderem:

  1. Auf welcher Grundlage wurde entschieden, in welchen Kommunen gemessen wird und in welchen nicht – und wer hat diesen Untersuchungsrahmen festgelegt?

  2. Warum wurden Messzeiträume mit nachweislich atypischem Flugaufkommen – etwa während des Nahost-Konflikts, der Lufthansa-Streiks oder der Ostwetterlage im März 2026 – nicht durch Vergleichszeiträume mit Normalbetrieb ergänzt, bevor daraus Schlussfolgerungen über die Dauerbelastung gezogen wurden?

 „Wer eine Region als ‚nicht betroffen' modelliert und dort deshalb gar nicht erst misst, kann hinterher nicht behaupten, es gäbe keine Betroffenheit", sagt Martin Unverzagt, 1. Vorsitzender von Stopp Cindy-S e.V. „Messel und Groß-Zimmern sind der beste Beweis dafür, wie sehr diese Annahmen an der Realität vorbeigehen. Genau deshalb ist eine unabhängige, breit getragene Datengrundlage wie der Fluglärmmelder so wichtig – sie lässt sich nicht wegmodellieren."

Einordnung und Ausblick

Der Fluglärmmelder schafft eine zusätzliche, breite Datengrundlage, die die Arbeit von Stopp Cindy-S e.V. im Vorfeld der FLK-Sitzung am 16. September 2026 und des FFR-Konvents am 2. Dezember 2026 unterstützt.

Stopp Cindy-S e.V. lädt alle Betroffenen entlang der CINDY-S-Route herzlich dazu ein, mitzumachen.

Keine Entscheidung über uns ohne uns.

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Pressekontakt

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Stopp Cindy-S e.V. · Bayerseich 1, 64390 Erzhausen

Amtsgericht Darmstadt, VR 85080

Pressemitteilungen: https://www.stopp-cindy-s.de/index.php/pressemitteilungen

Über Stopp Cindy-S e.V.

Stopp Cindy-S e.V. ist ein eingetragener Verein, der die Interessen von weit mehr als 70.000 Anwohnerinnen und Anwohnern südlich des Frankfurter Flughafens vertritt. Sie alle sind seit der Einführung der Abflugroute CINDY-S am 10. Juli 2025 neu von übermäßigem und rechtlich umstrittenem Fluglärm betroffen. Der Verein bündelt und koordiniert das Vorgehen der betroffenen Kommunen Mörfelden-Walldorf, Langen, Groß-Zimmern, Büttelborn, Egelsbach, Erzhausen, Gräfenhausen, Wixhausen, Messel und Schneppenhausen.

Der Verein setzt sich für die sofortige Aussetzung des Betriebs der Route CINDY-S sowie für ein transparentes und wissenschaftlich fundiertes Überprüfungsverfahren zur Genehmigung der Route durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) und die Deutsche Flugsicherung (DFS) ein. Zu seiner Arbeit zählen die Durchführung unabhängiger, gerichtsfester Lärmmessungen, die Koordinierung von Beschwerden und rechtlichen Schritten sowie der direkte Dialog mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern und den zuständigen Behörden.