Pressemitteilung 002-2026 [[FINAL 16:00 MESZ 02.04.2026]]
Leiser fliegen – aber Lufthansa sagt nein
Steilstartverfahren am Frankfurter Flughafen könnten tausende Haushalte entlasten.
Warum werden sie blockiert?
Erzhausen, 2. April 2026 – Eine erprobte Flugprozedur könnte den Lärm für tausende
Anwohnerinnen und Anwohner rund um Frankfurt deutlich reduzieren. Das sogenannte
Steilstartverfahren ermöglicht es Flugzeugen, nach dem Start schneller an Höhe zu gewinnen –
und damit früher aus dem Lärmkegel über bewohntem Gebiet aufzusteigen. Lärmgutachter
bestätigen das Potenzial. Die Technik ist international erprobt. Doch in Frankfurt scheitert der
Probebetrieb an einem einzigen Akteur: Lufthansa. (1)
Steilstarts sind kein Hexenwerk. Andere europäische Flughäfen wenden sie längst an. Eine im
Forum Flughafen und Region (FFR) diskutierte Studie bestätigt, dass das Verfahren am Frankfurter
Standort weiter untersucht werden sollte. (2)
Stopp Cindy-S e.V. fragt: Warum blockiert Lufthansa – als Hauptkunde des Flughafens und einer
der größten Nutznießer des bestehenden Routensystems – Versuche, die den von Fluglärm
betroffenen Anwohnern spürbare Entlastung bringen könnten? Und warum duldet die Aufsicht
diesen Veto–Einfluss auf ein gemeinwohlorientiertes Lärmschutzverfahren?
"Lufthansa wirbt mit Klimaschutz und Modernität. Gleichzeitig blockiert der Konzern
Steilstartversuche, die tausenden Menschen in der Region nachweislich weniger Lärm bringen
würden. Das ist keine Randnotiz – das ist ein strukturelles Versagen des gesamten
Lärmschutzregimes am Frankfurter Flughafen."
– Martin Unverzagt, co–Gründer & Vereinsvorsitzender Stopp Cindy-S e.V.
Dieser Widerspruch gewinnt angesichts der anhaltenden CINDY-S-Debatte besondere Bedeutung:
Während die neue Testflugroute seit Juli 2025 weit mehr als 70.000 Menschen schädlichem
Fluglärm aussetzt und damit die Situation für die Menschen in der Region deutlich verschlechtert,
wurden und werden bewährte Maßnahmen zur aktiven Lärmbekämpfung nicht umgesetzt. (3)
Und Stopp Cindy-S e.V. ist nicht der Einzige, der fragt, warum Steilstarts nicht umgesetzt werden.
Auch die Bürgerinitiative „Büttelborn 21“ ist über die lauten Flachstartverfahren verärgert und fragt,
warum Steilstarts bei Abflügen von der Startbahn West, insbesondere nachts, nicht umgesetzt
werden. (4)
Stopp Cindy-S e.V. fordert die zuständigen Behörden – das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung
(BAF), die Deutsche Flugsicherung (DFS) sowie das Hessische Wirtschaftsministerium – auf, den
Druck auf alle Beteiligten zu erhöhen, damit Steilstartversuche ohne weitere Verzögerung beginnen
können.
Die Zeit des laufenden sogenannten Monitorings sollte auch genutzt werden, um lärmreduzierende
Alternativen zu erproben. Stopp Cindy-S e.V. stellt eine einfache Frage in den Raum: Wessen
Interessen schützt das derzeitige System – die der Anwohner oder die der Airlines?
Quellen
(1) Lufthansa blockiert Steilstart-Tests
https://www.fr.de/rhein-main/lufthansa-blockiert-steilstart-tests-11725469.html
(2) Untersuchung Startverfahren
https://www.aktiver-schallschutz.de/massnahmen/rahmenbedingungen-und-
anreize/untersuchung-startverfahren/
(3) Schätzungen zur neu betroffenen Bevölkerung, basierend auf einer Analyse von Stopp-Cindy-
S e.V. Die vollständige Tabelle und weitere Einzelheiten finden Sie unter Tatsächliche Betroffenheit durch die Flugroute CINDY-S
(4) Büttelborner BI verärgert über lautes Flachstart-Verfahren (Feb 2026)
https://www.echo-online.de/lokales/kreis-gross-gerau/landkreis-gross-gerau/veraergerung-ueber-
lautes-flachstart-verfahren-5413319
Pressekontakt
Stopp Cindy-S e.V.
Bayerseich 1
64390 Erzhausen
Eingetragen am Amtsgericht Darmstadt im Registerblatt VR 85080
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Dies ist eine gemeinsame Adresse, die regelmäßig überprüft wird, und einer der zuständigen
Sprecher wird so schnell wie möglich antworten.
Über Stopp Cindy-S e.V.
Stopp Cindy-S e.V. ist ein eingetragener Verein, der die Interessen von weit mehr als 70.000
Anwohnerinnen und Anwohnern südlich des Frankfurter Flughafens vertritt. Sie alle sind seit der
Einführung der Abflugroute CINDY-S am 10. Juli 2025 neu von übermäßigem und rechtlich
umstrittenem Fluglärm betroffen. Der Verein bündelt und koordiniert das Vorgehen der betroffenen
Kommunen Egelsbach, Erzhausen, Gräfenhausen, Langen, Messel, Mörfelden-Walldorf,
Wixhausen und Büttelborn.
Der Verein setzt sich für die sofortige Aussetzung des Betriebs der Route CINDY-S sowie für ein
transparentes und wissenschaftlich fundiertes Überprüfungsverfahren zur Genehmigung der Route
durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) und die Deutsche Flugsicherung (DFS)
ein. Zu seiner Arbeit zählen die Durchführung unabhängiger, gerichtsfester Lärmmessungen, die
Koordinierung von Beschwerden und rechtlichen Schritten sowie der direkte Dialog mit politischen
Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern und den zuständigen Behörden.
Weitere Informationen finden Sie unter www.stopp-cindy-s.de