Pressemitteilung 2026-014 25.09.2026

Stopp Cindy-S e.V.
Erzhausen | Messel | Egelsbach und umliegende Gemeinden

Als PDF öffnen

Volle Halle, leere Antworten: Wixhausen macht seinem Ärger über CINDY-S Luft

(Darmstadt/Erzhausen, 25. September 2026)

Die Informationsveranstaltung der Stadt Darmstadt zur Flugroute CINDY-S am 23. September im Bürgermeister-Pohl-Haus in Wixhausen ist für die Verantwortlichen alles andere als glatt verlaufen. Eingeladen waren Bürgerinnen und Bürger aus Arheilgen, Kranichstein und Wixhausen, und die Halle war voll. Das war ein deutlicher Unterschied zur Veranstaltung in Schneppenhausen vier Wochen zuvor. Eine Live-Umfrage per App zeigte, wer gekommen war: 53 Prozent der Teilnehmenden aus Wixhausen, 20 Prozent aus Arheilgen, 7 Prozent aus Kranichstein und 20 Prozent aus anderen Orten. Die Betroffenheit endet eben nicht an der Stadtgrenze.

Auf dem Podium saßen Oberbürgermeister Hanno Benz, Umweltdezernent Michael Kolmer, Christoph Brunn (Öko-Institut), Prof. Wörner (Vorstand Forum Flughafen und Region), Paul-Gerhard Weiß (Vorsitzender der Fluglärmkommission) und Regine Barth, Fluglärmschutzbeauftragte des Landes Hessen. Der Abend gehörte jedoch den Wixhäuserinnen und Wixhäusern.

In teils sehr emotionalen Beiträgen schilderten sie, wie sich ihr Alltag seit Einführung der Route verändert hat. Zufriedenstellende Antworten erhielten sie nicht. Auch die Versicherung von Oberbürgermeister Benz, niemand habe die Wixhäuserinnen und Wixhäuser im Stich gelassen, konnte daran wenig ändern. Viele verließen den Saal vorzeitig, und manche bezeichneten den Abend beim Hinausgehen als Farce. Vor allem in der Fragerunde war spürbar, wie groß die Enttäuschung über die ausbleibenden Antworten ist.

Die eigenen Daten des FFR bestätigen, was Wixhausen erlebt

Was die Menschen vortrugen, ist nicht bloß gefühlt. Die Messdaten, die das Forum Flughafen und Region in der 285. Sitzung der Fluglärmkommission am 16. September vorgelegt hat, zeigen es deutlich. Durch das Wixhäuser Messtor fliegen heute mehr als doppelt so viele Maschinen wie vor CINDY-S. Auch die Zahl der lauten nächtlichen Einzelereignisse, also der Überflüge, die Menschen aus dem Schlaf reißen können, hat sich dort mehr als verdoppelt. Selbst die Präsentation des Öko-Instituts zeigte an diesem Abend, dass sich die direkten Überflüge über den Wixhäuser Ortskern verdoppelt haben. Nachts ist es in Wixhausen inzwischen dauerhaft lauter, als es in Arheilgen vor der Umstellung je war.

Ein regionaler Konflikt

„Die Menschen in Wixhausen haben an diesem Abend sehr deutlich gesagt, was sie jeden Tag und jede Nacht erleben. Antworten haben sie nicht bekommen, und genau das frustriert sie am meisten“, sagt Jürgen Hadasik, 2. Vorsitzender des Stopp Cindy-S e.V., der die Veranstaltung vor Ort verfolgt hat. „Es wirkte, als seien die Verantwortlichen von der Reaktion überrascht worden. Dabei war der Unmut absehbar.“

Hadasik weiter: „CINDY-S betrifft nicht nur Darmstadt, sondern auch Erzhausen, Egelsbach, Messel, Groß-Zimmern und viele weitere Orte. Wer die Route nur innerhalb der Darmstädter Stadtgrenzen diskutiert, blendet den größten Teil des Problems aus.“

Der Stopp Cindy-S e.V. war mit einer Demonstration und einem Infostand vor dem Bürgermeister-Pohl-Haus vertreten. Zwar wurde auch kontrovers diskutiert, doch die Kritik an der Route überwog an diesem Abend deutlich.

„An unserem Stand war der Andrang riesig. Sehr viele Menschen wollten wissen, was hinter CINDY-S steckt und was sie selbst tun können, und viele haben direkt unsere Petition unterschrieben“, sagt Udo Baumann, Ortsbeirat des Stopp Cindy-S e.V. für Wixhausen, der den Infostand organisiert hat.

„Das zeigt: Die Menschen hier finden sich nicht damit ab, dass es über ihren Köpfen lauter geworden ist. Und sie wollen gehört werden.“

Der Stopp Cindy-S e.V. fordert

  • ein sofortiges Moratorium für CINDY-S,
  • eine unabhängige, transparente und wissenschaftlich fundierte Überprüfung der Route, die die gesamte betroffene Region einbezieht.

Die nächsten Termine

  • Oktober 2026, 16:00 Uhr, Bürgerhaus Erzhausen: Pressekonferenz vor Ort – Eine Save-the-Date-Einladung wird in Kürze verschickt
  • Oktober 2026, ab 18:00 Uhr, Bürgerhaus Erzhausen: Die Gemeindevertretungen von Erzhausen, Egelsbach und Messel laden gemeinsam mit dem Stopp Cindy-S e.V. zu einer großen Informationsveranstaltung ein. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich willkommen.
  • Oktober 2026, ab 11:00 Uhr, an der B3 in Wixhausen: Aktionstag des Stopp Cindy-S e.V.

Weitere Informationen: https://stopp-cindy-s.de/aktion

Petition: https://www.stopp-cindy-s.de/index.php/mitmachen

Fotos: https://bit.ly/4yVZcQw
Fotos der Veranstaltung und der Demonstration stehen zur honorarfreien Verwendung bei Nennung „Foto: Stopp Cindy-S e.V.“ zur Verfügung.

-- END --

Pressekontakt
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Stopp Cindy-S e.V. · Bayerseich 1, 64390 Erzhausen
Amtsgericht Darmstadt, VR 85080

Pressemitteilungen: https://www.stopp-cindy-s.de/index.php/pressemitteilungen

Über Stopp Cindy-S e.V.

Stopp Cindy-S e.V. ist ein eingetragener Verein, der die Interessen von weit mehr als 70.000 Anwohnerinnen und Anwohnern südlich des Frankfurter Flughafens vertritt. Sie alle sind seit der Einführung der Abflugroute CINDY-S am 10. Juli 2025 neu von übermäßigem und rechtlich umstrittenem Fluglärm betroffen. Der Verein bündelt und koordiniert das Vorgehen der betroffenen Kommunen Mörfelden-Walldorf, Langen, Groß-Zimmern, Büttelborn, Egelsbach, Erzhausen, Gräfenhausen, Wixhausen, Messel und Schneppenhausen.

Der Verein setzt sich für die sofortige Aussetzung des Betriebs der Route CINDY-S sowie für ein transparentes und wissenschaftlich fundiertes Überprüfungsverfahren zur Genehmigung der Route durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) und die Deutsche Flugsicherung (DFS) ein. Zu seiner Arbeit zählen die Durchführung unabhängiger, gerichtsfester Lärmmessungen, die Koordinierung von Beschwerden und rechtlichen Schritten sowie der direkte Dialog mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern und den zuständigen Behörden.